Gemüsegarten

Heuer hat ja das Frühjahr wettermäßig schon bald begonnen. Umfragen haben ergeben, dass besonders ein Gemüsegarten immer beliebter wird und nicht als Arbeit, sondern als Freizeitgestaltung mit gesunder Ernährung betrachtet wird.

          Maulwurfsgrillen sind im Gemüsegarten ein besonders lästiger Schädling. Ende Mai, Anfang Juni legen sie ihre Eier in 8 bis 10cm runde Erdkugeln. Bei Trockenheit sieht man die aufgebrochene Erde ihrer Gänge und wenn man diese mit dem Finger nachfährt, macht man vielleicht einen Kreis. Wenn man mit der Hand vorsichtig unter den Kreis fährt, hat man eine Erdkugel in der Hand und darin befinden sich ca. 300 Eier oder junge Maulwurfsgrillen. Diese Kugel  ist vorsichtig zu entsorgen, damit sie nicht auseinander fällt. Senkrecht unter der Kugel ist das Muttertier. Gießt man etwas Wasser, mit ein paar Tropfen Abwaschmittel ergänzt, hinein, hat die Maulwurfsgrille zu wenig Luft und muss an die Oberfläche. So kann man diese vernichten.            

           Eine weitere Möglichkeit ist, glatte Tassen oder ähnliches in die Erde so einzugraben, dass die Oberkante mit der Erde eben ist.

            Die Tiere sind auch oberirdisch nachtaktiv und fallen hinein. Durch die glatte Innenwand kommen sie nicht nach oben und können leicht vernichtet werden.

           Im Mai können wir von unseren Gemüsebeeten bereits laufend ernten, da wir auch schon so früh, wie selten zuvor, mit der Bepflanzung beginnen konnten. Im Freiland können wir im Mai Spinat, Radieschen, Salat und vielleicht auch Rettiche, sowie schon gesunden Kohlrabi ernten und das erste frische Gemüse schmeckt noch immer am besten. Weiteres verbessert der frische Schnittlauch die Suppen und das frische Petersiliengrün von den Vorjahrespflanzen verschiedene Speisen wesentlich. Rote Rüben können bis Mitte Juli gesät werden und die ersten kleinen Knollen kann man schon nach gut acht Wochen ernten.

               Laufend sind auch Brokkoli, Karfiol, Kohlrabi und Kraut zu pflanzen. Für die Lagerung kann man auch schon Weiß- und Blaukraut setzen, ebenso Wintersprossenkohl, sowie Sommerporree. Für jene, die sich noch nicht für Brokkoli entscheiden können, möchte ich auf den gesundheitlichen Wert von Brokkoli hinweisen. Und wer ihn nicht gerne isst, sollte diesen öfters probieren, denn man gewöhnt sich sehr rasch an den Geschmack und kann die wertvollen Inhaltsstoffe für die Gesundheit nützen. Für die Pflanzung von Sommerporree kann man einen kleinen Graben machen und die Pflanzen darin setzen. Mit laufendem Wachstum wird Erde zugeführt und wenn die Höhe von der Oberfläche erreicht ist, wird auch noch angehäufelt. So erreicht man einen langen wertvollen weißen Schaft.

             Nach den Eismännern werden Gurken bis zu den Keimblättern in die Erde gesetzt. Tomaten werden ebenfalls sehr tief gepflanzt und nach Möglichkeit mit einem Dach versehen, damit man weniger Probleme mit der Kraut- und Braunfäule hat. Aus dem gleichem Grund wird so gemulcht, dass Wassertropfen weder durch Regen, noch durch Gießen vom Boden auf die Blätter kommen, denn dadurch werden die Pilze, welche sich im ‚Boden befinden, auf die Pflanze gebracht. Gut eignen sich Brennnesseln zum Mulchen, da man diese durch die kräftigen Stängel ohne zu schimmeln, dicker aufbringen kann. Fleischtomaten werden eintriebig gezogen, Busch- und Cocktailtomaten werden mehrtriebig gezogen. Mit zunehmendem Längenwachstum wird laufendes Anbinden erforderlich. In Glashäusern ist bei Hitze die Bestäubung durch die hohe Luftfeuchtigkeit schlecht. Daher sollten in den Mittagsstunden die Pflanzen zwecks besserer Bestäubung geschüttelt werden.

          Wer Bohnen direkt säen will und kein Risiko eingeht, merke sich als Stichtag den 10. Mai. Doch in den letzten Jahren kamen die Eismänner immer schon früher. Um Samen, Keimlinge und junge Pflanzen vor noch möglicher ungünstiger Witterung zu schützen und nebenbei Bohnenfliegen abzuwehren, legt man sofort nach der Saat Vlies oder Netze über das Beet. Buschbohnen bringen am schnellsten die erste Ernte, Stangenbohnen den größten Ertrag, Feuerbohnen sind gegen kühles und feuchtes Wetter am widerstandsfähigsten und für Salate besonders geeignet.

            Wer Kürbisse, Zucchini und Zuckermelonen noch nicht vorgezogen hat, kann diese in den nächsten Tagen gleich an Ort und Stelle säen. Sie haben ca. eine Woche Keimdauer. Legt man diese eine Nacht in leicht lauwarmes Wasser, geht die Keimung schneller. Für rasche Ernte werden zum Abdecken Folien verwendet. Diese gibt es in verschiedenen Breiten und Längen, ebenso in verschiedener Qualität. Süße Kürbis benötigen viel Wärme.

          Porree senkt den Cholesterinspiegel, ist ein Entzündungshemmer, erhält den Darm gesund und ist ein Krampfadernbekämpfer. Kaum im Magen räumt das Allizin schädliche Bakterien und Pilze aus. Dieses geruchs- und geschmacksbildende Senföl wirkt vorbeugend, lindernd und heilend, besonders im Verdauungstrakt. Sogar in der Harnblase tötet es Bakterien ab und verringert so eine Harnblasenentzündung. Ab Ende Mai wird der Winterporree sehr tief, mit Reihenabstand von 50cm, in der Reihe auf 15cm gesetzt.

         Alle Frucht- und Kohlgemüse gehören zu den Starkzehrern und benötigen zum guten gedeihen auch entsprechend viele Nährstoffe. Und diese Nährstoffe müssen in einem ausgeglichenem Verhältnis zueinander sein. Im eigenen Garten verwenden wir natürlich nur biologische Dünger. Dabei möchte ich auf den Volldünger Oscorna Annimalin, den wir in der Halle lagernd haben, hinweisen. Sie werden erstaunt sein, wie viel sie, bei Verwendung nach den Angaben des Herstellers, an hochwertigem Gemüse ernten.

Damit die Beete auch gleich wieder bestellt werden können, ist auf die laufende Pflanzenanzucht großer Wert zu legen. Beete sollten nie brache liegen und außerdem fehlt eventuell die Zeit, Herbstkulturen rechtzeitig zu pflanzen. Diese sollten auch bei früh einsetzenden Frösten erntereif sein. Besonders Salat sollte alle 14 Tage bei abnehmendem Mond gesät und gesetzt werden. Ebenso Radieschen laufend säen. Durch die eigene Pflanzenanzucht hat man die gewünschte Sorte zum richtigen Zeitpunkt. Zu kaufen gibt es nur Massenware und nur so lange, als es genügend Absatz gibt.

Bitte denken Sie auch an eine günstige Fruchtfolge besonders bei Wurzel- und Kohlgewächsen, damit sie keine Probleme mit Schädlingen und Krankheiten bekommen. Unter Fruchtfolge versteht man den Wechsel der verschiedenen Gemüsearten auf einem Beet. Pflanzen mit günstigen Wurzelausscheidungen (Leguminosen) wechseln mit Pflanzen mit ungünstigen Wurzelausscheidungen (Wurzelgemüse) ab. Ebenso Tief und Flachwurzler. Sie entnehmen die Nährstoffe aus verschiedenen Bodenschichten. Zu den Tiefwurzlern gehören die Hülsenfrüchte und die Tomaten. Die meisten anderen Gemüse zählen zu den Flachwurzlern.

 

Der Fruchtwechsel fördert die Bodengesundheit und die Fruchtbarkeit des Bodens. Weiteres ist zu berücksichtigen, dass es Starkzehrer (Kohlgemüse, Fruchtgemüse)  gibt, die einen hohen Nährstoffbedarf haben und mit Schwachzehrern (Hülsenfrüchte, Wurzel- und Lauchgemüse), die wesentlich weniger Nährstoffe benötigen, abwechseln sollten. Dadurch wird eine Bodenmüdigkeit sowie die speziellen Bodenkrankheiten vermieden.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Neu - Tankkarte